Köstlich kochen & schlemmen mit Fady!


"Köstlich kochen & schlemmen mit Fady" -

 

so lautete das Motto des Charity-Events von Blessed e.V. am 08.11.2009 in Berlin.


14 Teilnehmerinnen hatten die Gelegenheit, sich einen Tag lang zusammen mit Fady der libanesischen Küche zu widmen. Somit konnten sie einen kleinen Einblick erhalten in die Kultur eines der Länder, in denen wir durch unsere Arbeit das Leben verbessern möchten.

Dank Eurer Hilfe konnten wir 2.355,30 € an unser Projekt "Truly.Help. - Tansania's children" spenden. Wir danken allen ganz herzlich für die Unterstützung!

Alle, die leider nicht dabei sein konnten, können sich hier einen Eindruck vom Koch-Event und den Vorbereitungen machen.

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Bericht einer Teilnehmerin


Berlin, Sonntag, 08.11.09:

Natürlich waren wir alle zu früh da! Wir standen eine gefühlte Ewigkeit im Nieselregen vor den Türen der Eventküche,  begrüßten und beschnupperten uns schon mal ein wenig und froren!  Um 10:00 Uhr dann der ersehnte Einlass. Wir wurden ganz herzlich vom Blessed-Team empfangen und nach dem Zufallsprinzip in drei Kochgruppen eingeteilt: Vorspeisen, warme Gerichte und das Dessert. Gekocht werden sollte libanesisch! (Es hieß, es sei Fadys Idee gewesen, habe ihn aber nicht danach gefragt.) Auf jeden Fall hat er aber seine eigenen Rezepte zur Verfügung gestellt. Da das Blessed-Team die lauten Rufe nach dem „Rezepte-Mitbringen" schon vernommen hatte, befand sich vorsorglich schon auf jedem Platz der liebevoll dekorierten Tafel ein kleines Rezeptbüchlein, das Fady jeweils signiert hatte. Bevor Fady kam, haben wir dann schon mit den Vorbereitungen begonnen, denn in der arabischen Küche wird viel Petersilie gehackt, Knoblauch zermahlen und Zitronensaft gepresst. Und stundenlang Spinat gewaschen ...

kochen_tomaten kochen_spinat

Als Fady dann so gegen 11:30 Uhr erschien, wurde das Gemüseschnibbeln für eine Meet-and-Greet-Fotosession unterbrochen. Es gab ausreichend Zeit, mit einem lockeren, gut aufgelegten Fady zu plaudern, Fotos zu machen oder sich das eine oder andere Autogramm zu holen. Als kleine Geste bekam Fady dann ein Kochbuch und die "cook mal, Fady!" Kochmütze von der Gruppe geschenkt.  Um ganz entspannt mit Fady kochen zu können, wurden dann weitestgehend alle Kameras zur Seite gelegt. Das Blessed-Team hat für uns jedoch fleißig fotografiert und unermüdlich gefilmt.

Dann zauberte Fady auch sogleich die mitgebrachten Zutaten für seine Auberginencreme aus der Tasche. Die kann er, wie er sagt, nur nach „Nase" zubereiten; daher gibt es hierzu kein wirkliches Rezept, nur eine Zutatenliste. Und dass er sie nach Nase zubereiten kann, hat er auch bewiesen. Ich glaube, wir waren alle ganz überrascht, als welch versierter, fast schon leidenschaftlicher Koch sich Fady entpuppte. Während er  seine eigene Creme zubereitete, mischte Fady sich immer mal unter die verschiedenen Kochgruppen. Er schmeckte hier das Apfelkompott ab, half dort Fladenbrote mit Limonenhuhn und Hummus zu befüllen, beanstandete - duldete aber - dass im Kürbisauflauf in der Mitte das Loch fehlte („is besser, man kann ordentlischer schneiden später!") und erklärte nebenbei, dass ein „echtes" libanesisches Gericht eigentlich immer die folgenden vier Zutaten enthalten muss: Petersilie, Zitronen- oder Limettensaft, Knoblauch und Olivenöl.

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Als Fady dann aber seine Pinienkerne in heißem Olivenöl zu braten begann, wurde er sofort von allen Seiten darauf hingewiesen, dass man diese unbedingt OHNE Öl rösten müsse. Fady ließ sich nicht beirren. Minutenlang schob er seine Pinienkerne mit Geduld und Hingabe in der Pfanne hin und her. Wir blieben hartnäckig! Warum in Öl? „Sonst werden sie sauer - oder wie sagt man- bitter" lautete sein Erklärungsversuch. Er senkte verlegen den Kopf, rührte unauffällig weiter, wagte dann aber doch einen kurzen Augenaufschlag, um zu sehen, ob wir´s ihm abgekauft haben. Nee, haben wir nicht! Tsja, Fady, auch wenn du dir Mühe gegeben hast, es zu vertuschen; ich hab´s gesehen ... dein verschmitztes Ohr-zu-Ohr-Lächeln! Und schon gab er kleinlaut zu: „Ja, mit Öl is nisch sooo gesund,  aber leckerer!" Dann fand Fady noch eine gute Lösung für die viiiiel zu wässrig geratene Linsensuppe. Als Rettungsmaßnahme wurde sie mit Reis versehen, und Fady hat von allerlei Gewürzen noch ordentlich was hinterher gekippt. :O) Und nur mal so am Rande: gegessen hat er sie auch!

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Um an der Tafel Platz nehmen zu können, las uns Fady die Tischkärtchen vor, auf denen unsere Namen in Arabisch geschrieben waren. Dann wurde ganz gemütlich gegessen. Die Gerichte waren alle wirklich ausgesprochen lecker. Nach dem Genuss von Fadys Auberginencreme kann man sich zwar nicht mehr unter andere Menschen trauen (er hat mindestens 9 Knoblauchzehen verarbeitet!), aber sie war wirklich köstlich. Als ich ihn auf die Knoblauchmenge ansprach, erwiderte er nur schelmisch grinsend, dass sie immerhin Vampire abhält und sehr gesund sei. Er selbst hätte verwundert festgestellt, dass man hierzulande lieber Knoblauchtabletten nimmt ... und gönnte sich dann lieber gleich noch einen Löffel seiner eigenen création. Während des Essens weihte Fady uns u. a. in die unterschiedlichen Tischmanieren seines Heimatlandes ein (diejenigen MIT Manieren formen das Fladenbrot, die „Monde", stückchenweise zu kleinen Tütchen und füllen sie dann, während das „Gesocks" (O-Ton Fady) das Fladenbrot zerfetzt und einfach in die Cremes einditscht.) Er schwärmte von seiner Arbeit an dem neuen Album und wie froh er ist, dass Sony ihm die Gelegenheit gibt, in Ruhe eigene Songs zu schreiben. Die Studioaufnahmen sowie ein Videodreh stehen demnächst auf seinem Terminkalender. Und für alle, die in Panik geraten, dass Fady nur noch rockige Nummern singt, wies er darauf hin, dass es natürlich auch Balladen auf dem Album geben wird. Er erwähnte, dass er jetzt drei Mal wöchentlich Klavierunterricht nimmt, philosophierte ein wenig über den Umgang mit Kritik (er selbst sei sein strengster Kritiker) und betonte, wie erschrocken er darüber sei, dass sich seine Freundeszahl auf Facebook ohne sein Zutun dezimiert. Ja, and even if just a piece of trivia - ich habe mit großen Ohren (haha) gelauscht, wie Fady begeistert schilderte, dass sein Navi wie Mickey Maus sprechen kann (was jedoch leider nicht zu verstehen ist) und dass dann die Symbole wie kleine Hände und Füße erscheinen. (So eins will ich auch! Fady, wo hast du das denn her???)

Ja und dann war die Zeit auch schon um - time flies when you´re having fun - aber bevor Fady sich verabschiedete, hat er immer wieder gefragt, was mit dem übrig gebliebenen Essen geschehen würde. Es dürfe auf keinen Fall weggeschmissen werden. Das lag ihm sehr am Herzen. Keine Sorge, Fady, wir sind alle mit Doggybag nach Hause gegangen! Im Übrigen hat Fady als nächstes Event ein Picknick - Zitat: „so ein rischtiges mit BBQ" vorgeschlagen ...

Wir sind dafür! Denn von so einem Event mit Fady kann man nie genug bekommen. Jedenfalls haben wir den Tag so richtig genossen.  Wir hatten eine Menge Spaß. Und Fady hatte ihn auch. Da bin ich mir sicher.

Truely. Thanx.

Janina

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Und hier berichten die Team-Mitglieder von Blessed e.V., die beim Event anwesend waren, von ihren Erlebnissen bei den Vorbeitungen:


Eine Küche muss her!
Die Idee für ein weiteres Event für Blessed e.V. war schnell gefunden. Es sollte, wie im letzten Jahr, eine gemütliche Runde mit Fady und ein paar freiwilligen Köchen stattfinden. Nun galt es, sich um die passende Location dafür zu kümmern. Wir haben Küchen in Berlin und Hamburg angefragt und viele Angebote gefunden - die ein oder andere Küche sogar angeschaut - und schnell war klar, dass es die "Kochbar Berlin" sein sollte. Sie hatte einfach das "bestimmte Flair", das wir uns für dieses schöne Erlebnis gewünscht hatten. Perfekt und edel ausgestattet, mit allen Geräten und High Tech, wie es sich wohl jeder in seiner eigenen Küche vorstellt. Somit war die perfekte Location gefunden.

Basteln für die "Nachwelt"!
Da Fady sich ausgesucht hatte, libanesisch zu kochen, lag es nun an ihm, die entsprechenden Gerichte und Rezepte fürs Kochevent rauszusuchen. Während der Bearbeitung dieser Rezepte dachte ich natürlich an die  Zeit nach dem Kochen. Wie schön wäre es, wenn jeder Teilnehmer ein kleines Rezeptbüchlein von Fadys Rezepten als Erinnerung mit nach Hause nehmen könnte. Also begann ich, in liebevoller Kleinarbeit das Büchlein zu gestalten und die Rezepte zusammenzufassen. Wenige Tage nachdem die Idee geboren wurde, las ich im Forum, dass sich die Teilnehmer genau so etwas wünschten. Die Vorfreude wuchs, alle Teilnehmer eben mit solch einem Rezeptbüchlein zu überraschen. Meine Kreativität wurde noch einmal einige Tage vor dem Event auf die Probe gestellt, als Fady die spontane Erweiterung um 2 weitere Rezepte wünschte ;).

 

Von einer Kürbiszucht im Keller-Oder: Was alles in einen Smart passt!
Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, eine Blumendeko mit Zierkürbissen zu machen. Nachdem ich endlich entsprechende Kürbisse auf dem Markt entdeckt hatte, ging ich froh mit ihnen nach Hause und brachte sie in den Keller - nun ist Anfang November keine gute Zeit für Kürbisse, wie ich feststellen mußte. Der ein oder andere fing an zu gammeln! Also zurück zum Markt, wo ich unter dem zweifelden Blick der Blumenhändlerin ihre Kürbis-Restbestände aufkaufte. Jetzt wurden die Kürbisse im Keller jeden Tag auf ihren Erhaltungszustand überprüft. Noch eine Woche!! Meine liebe Nachbarin hatte mir in der Zwischenzeit Freilandrosen vom Großhandel besorgt, sie gekürzt, von Blättern befreit und warm gestellt. Sie sollten am Sonntag voll aufgeblüht, aber nicht verwelkt sein.


Samstag: Tatsächlich konnte ich 6 knackig aussehende Kürbisse aus dem Keller bergen - puhhh! Die Rosen sahen auch gut aus. Einige Kürbisse haben sich zwar hartnäckig gegen das Aushöhlen gewehrt und es mußten ein paar Messer dran glauben, aber letztendlich lief dann alles nach Plan.
Zum Glück bin ich dann am Sonntag früh genug aufgestanden, weil es einer logistischen Meisterleistung gleichkam, einen Smart mit Waffeleisen, Einkäufen und Blumengestecken zu beladen, aber letztendlich blieb nichts am Straßenrand liegen  ;o)

Fazit: Die Deko sah gut aus und hat allen gefallen. Es war ein rundum gelungenes Event, zu dem nicht zuletzt die gute Laune der Gewinner und unseres Ehrenvorsitzenden beigetragen haben.

 

Tahini und weitere Entdeckungen!

Zum Kochen benötigt man zuallererst die Zutaten, und da ich für mein Leben gerne einkaufen gehe, war dies genau mein Job. Gespannt warteten wir im Team auf Fadys Rezepte, um alles planen und organisieren zu können. Es sollte libanesische Küche werden, so viel war schon mal klar. Also bin ich voller Vorfreude und Neugierde schon mal beim libanesischen Lebensmittelhändler in eine Welt voller Gewürze und kulinarischer Entdeckungen eingetaucht, um die Lage zu checken. Sehr freundlich wurde ich dort beraten und stellte zu meiner Erleichterung fest, dass es auch das doch recht außergewöhnliche libanesische Fladenbrot in verschiedenen Varianten zu kaufen gibt. Schließlich nahm ich mir - völlig selbstlos - einen der köstlichen Weine zu Testzwecken mit nach Hause und versprach, wieder zu kommen.

 

Mit der Rezepteliste in der Tasche ging es dann zwei Wochen später los. Zu dritt schlenderten wir am Samstag zunächst über den Markt und kauften die frischen Zutaten ein. Zum Glück kontrollierten wir uns gegenseitig, sodass der Erwerb von 33 Zitronen noch rechtzeitig verhindert werden konnte - die  Vervielfältigung der Grundrezepte auf die Teilnehmerzahl beim Kochevent hatte so seine Tücken  ...  Anschließend ging es zum Libanesen, der uns half, Curcuma, Camun, 7 Bahrat und Co. zu identifizieren und uns Mangosaft und libanesische Süßigkeiten kosten ließ, die wir dann spontan noch auf unserer Einkaufsliste ergänzten. Netterweise wurde uns auch noch geholfen, die Kiste mit dem Wein, dem Öl, den Kichererbsendosen und Pinienkernen etc. zum Auto zu schleppen. Jetzt durfte ich bloß am nächsten Morgen nichts vergessen ... naja, die einzige Sache, die ich dann doch vergaß (Filtertüten!), gab es dann zum Glück noch an der Tankstelle gegenüber der Mietküche.  ;-)


Alles gepunktet....!
Für die Einteilung der Gruppen für kalte und warme Vorspeisen, Hauptgang und Dessert haben wir uns ein ganz bestimmtes Verfahren ausgedacht, so dass diese komplett dem Zufall überlassen war. Die Köche wurden vorab mit einem Willkommenstrunk begrüßt, der jeweils am Glasboden einen Aufkleber hatte, ROT für kalte Vorspeise, BLAU für warme Vorspeise, GELB für den Hauptgang. Als alle ausgetrunken hatten, konnten sie sich die Farbe ihres Punktes ansehen und wussten somit gleich, welcher Gruppe sie zugeteilt waren. Sie mussten sich nun selbständig zusammenfinden und aufteilen, wer davon genau welches Rezept machen möchte. Die verschiedenen Gruppen fanden dann ihre einzelnen Kochstationen aufgebaut mit Rezept, Kochzeit und Kochanleitungen.

 

Vor dem Eintreffen der Kochteilnehmer habe ich die vielen Zutaten zu den richtigen Rezepten hin sortiert und die Arbeitsplätze der fleißigen Köche mit dem notwendigen Werkzeug ausgestattet.

Als der Event gestartet war, war es meine Aufgabe, das Erlebnis auf schönen Fotos und Videos festzuhalten.  Zum Glück waren alle sehr geduldig mit mir ;-) Es hat mir mit Euch sehr viel Spaß gemacht!

 


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